
Den 4. Workshop hatte ich für alle aus dem Conservatorium geöffnet und war gespannt wie die Übungen von Cechov ankommen. Es war eine gemischte Gruppe aus Sängern aber auch zwei Bassisten und ein Saxophonist.
Das mit dem im Kreis laufen funktioniert nicht immer so gut wie ich mir das wünsche, besonders den gleichen Rhythmus zu halten. Man muss sich wirklich gut darauf einlassen. In einem kleinen Raum ist das auch schwer, gerade beim rennen, trotzdem könnte das noch besser gehen.
Jeder ist ein Puzzle-teil vom Ganzen um dann etwas Gemeinsames zu schaffen. Das Mörderspiel war lustig, aber ich glaube nicht jeder hat es inhaltlich richtig verstanden und dadurch war es auch nicht hundertprozentig klar und nicht so dynamisch. Warum sollte ich dieses Spiel auch mit Musikern machen? Ich denke mit Schauspielern macht das mehr Sinn. Ich selber wußte auch nicht mehr genau wie es geht, also besser vorbereiten!
Body Voice Circle. Tja das ist immer noch eine Überwindung für viele. Da merke ich, dass ich als Schauspieler viel mehr daran gewöhnt bin mich zu trauen auch ab und an verrücktere Dinge zu tun. Auch hier geht es wieder um Selbstbewusstsein und sich trauen auch Fehler zu machen und nicht immer richtig zu sein. Und zum Fehler machen gehört ja erst mal „machen“, dann sieht man ob es ein Fehler war. Bei vielen habe ich wieder mal festgestellt, dass sie oft den Ton vorher machen bevor sie die Bewegung machen. Aber es ist eben wichtig, dass die Bewegung den Ton aus dem Körper hervorzaubert. Und der Körper, die Bewegung die Töne dann so weiterentwickelt.
Also ich werde noch mal nach Übungen mit Bewegung und Stimmt suchen! Aus der Hüfte mit „w“ schießen.
Ich habe auch noch mal die Cechov-Übung mit den Armen gemacht, der unsichtbare Arm folgt.
Manuel sagte was ganz gutes: Wenn der unsichtbare Arm schon mal vorgegangen ist, dann fühlt es sich einfacher an mit dem physischen Arm zu folgen. Das heißt eine Straße ist geebnet und es geht leichter.
Wir stellten fest, dass wir uns nur einen Arm vorgestellt haben und nicht zwei. Meistens den linken.
Die Übung mit dem Zukunft und Vergangenheitsbild habe ich auch mal aus dem Buch von Petit ausprobiert, fand ich jetzt aber weniger spannend und ich werde ihn dazu noch mal befragen.
Aber auf dem Video sehe ich allerdings, dass sie ganze Körperpräsenz der Teilnehmer während der Übung angestiegen ist, wie ein Statement der Menschen…“hier bin ich“.
Marie
Eigener Song
Marie hatte einen Song mitgebracht den sie selber geschrieben hatte, ein wunderbares Solo. Ich fand es schon beim ersten mal sehr eindrucksvoll und mutig und fragte mich ob die Cechov Methode es besser machen würde. Sie hatte bei erstem Mal singen ihre Hände vor dem Körper festgehalten. „Tell me“ etwas unsicher „Doesen’t see“ manche stellen waren noch etwas unsicher besonders die der Belt und hier und da die Intonation, ich bin gespannt ob es mit der Geste anders wird. Bei „Please“ leichter Belt bewegte sie Ihre Hände wie auf einer Eisbahn, gab sofort support.
„I want to get this in your brain !“ war ihr Satz, den ich sehr stark empfand da er auch sehr bildlhaft ist. Ich merke das bildhafte hilft auch, um sich den Satz klarer zu machen. Sie hatte sich als Geste einen Finger ausgesucht der mahnend nach vorne drohend zeigt. Dann habe ich sie gebeten den Satz langsamer sagen und die Bewegung wie beim Qi Gong langsam und geführt machen, das war sehr hilfreich! So bleibt es besser im Kopf und ist nicht zu viel Information.
Erst hatte Sie es mit Geste gesungen. Die Stimme war intensiver viel kräftiger und klarer stelle ich fest und Marie selber empfand das auch so. Nur leider war sie noch etwas im Hals wie ich fand.
Das heißt sie ist nicht und denkt zu wenig an die Geste oder? Zu wenig Vertrauen, zu viel Druck
Bei der unsichtbaren Geste. Die Hände waren schon mal unten neben dem Körper. Ihr Auftrag war sehr klar als sie sang, sie war überzeugt warum sie den Song singt.
Der hohe laute Ton saß wirklich sehr gut. In kann mich noch erinnern dass ich ich wirklich gebannt war, weil eine Aussage dahinter steht. Und das zieht einen magisch an und es drängt einen zum zuhören. Video 50:53 fand ich den Ton sehr klar hier war der Druck völlig raus und das wäre der Idealzustand für den ganzen Song. Das müsste man weiter mit der Übung verfolgen um überall diesen Klang hinzubekommen und diese Gelassenheit. Danach hatte die es wieder ein bisschen verloren und draufgedrückt oder so. Deswegen sie Geste muss auch die richtige Spannung haben. Aber die Intensität war auch jeden Fall gesteigert.
Marie: „It takes so much effort to stay in the picture! I really imagined the sentence in my head“
Vielleicht kann wie gesagt der effort auch kleiner sein und muss nicht mit so viel Druck gesungen sein. Das müsste ich bei ihr ein zweites Mal ausprobieren.
Mehr Gelassenheit und Leichtigkeit.
Von außen wurde beschrieben: „Ich habe den Text jetzt erst richtig verstanden“. In den besagten Stellen war Ihre Aufmerksamkeit gesteigert dass ging auch den anderen so. Wo hast du deine Geste gefühlt? In meinem Körper sagte sie.
Atmosphere from Song
Als letztes habe ich ein Experiment gewagt und die Gruppe das Stück „Blue in Green“ von dem Album Kind of bluehören lassen. Da zu sollten sie nun beschreiben, was für Bilder in Ihnen hoch kommen, was für Gesten. Viel kam Nachtstimmung, Nebel, weite, Kerzen, für mich ist auch wichtig wie Miles Davis da auch eine Schärfe reinbringt mit seinem Ton. Diese Schärfe zieht er dann auch in die Weite. Also hatte ich spontan entschieden, nehmen wir nun aus dieser Interpretation die Weite neblige, schwebende (legato) und als zweites Element dieser scharfe Ton von Miles.
Wir haben uns die Aufnahme noch mal angehört und dann dazu die Geste gemacht, die wir dachten dazu passt. Dann habe ich sie gebeten in der Stimmung zu bleiben und aus der Geste selber ein Stück zu kreieren. Das war wundervoll. Denn nur mit den zwei Elementen passierte schon so viel und fühlte sich für mich auch rund an.
Ich kam für mich darauf, aus meinen Lieblingsstücken einfach diese Elemente rauszusuchen und zu trainieren und dann ein zusetzten. Vor allem muss man schauen wie das mit der Wiederholbarkeit ist.
Also ein Atmoshärenkatalog inspiriert aus Stücke die man mag. Was macht das mit mit und wie klingt das von mir? Kann ich diese Dinge aufschreiben, wie setzte ich sie in meine Stücke ein? Das Stück war natürlich überhaupt nicht blue in green, aber Aspekte davon.
Eigentlich ne sehr schöne Technik. Super wenn man das mit einer Free impro macht.
Interessant wäre es mit gemeinsamen Gesten auszuprobieren, aber auch unterschiedlichen kontrastreichen. Und vor allem an einem Stück probiert. Ich bin sehr gespannt auf meine Wald-Session, das wird sicher eine spannende Erfahrung.