Evaluation 2. Cechov Workshop

Diesen Workshop habe ich nur akustisch aufgenommen um zu testen ob es da einen Unterschied gibt wenn ich filme oder nur eine Audiodatei habe.

Vor dem Workshop war ich sehr unsicher ob ich gut vorbereitet war und ob die Technik überhaupt Sinn ergibt. Kann ich das beibringen bzw übertragen in die Musik? 

Ich kenne die Technik ja selber nicht so gut und hauptsächlich nur aus Büchern.

Erschreckt war ich dann auch dass nur wenige Teilnehmer kamen. 

Aber dann wendete sich das Blatt und es wurde zu einer spannenden Erfahrung.

Allgemein finde ich, daß die Gruppe sehr konzentriert ist und gut mitarbeitet b.z.w. gute Kommentare beiträgt. Sie ist auch offen neue Dinge auszuprobieren und ich hoffe das wird auch anhalten. Schön war auch dass ein Musiker dabei war.

Ich werde jetzt gleich auf das Haup-thema dieses Workshops eingehen 

(Arbeiten der Geste am eigenen Song) und danach die Vorübungen reflektieren.

Hauptübung den eigenen Song mit der Geste singen

Narim:

Song: “Everytime we say goodbye”. 

Ich habe Sie gebeten, in der ersten Runde, den Song einfach mal „normal“ zu singen für uns. Das machte sie zwar etwas verhalten aber ganz schön wie ich fand, mit einer interessanten Phrasierung. Dann fragte ich Sie, was denn der Hauptsatz in diesem Song für sie sei, die Hauptaussage, sie sagte: „I die a little“. Also suchten wir gemeinsam nach einer Geste dafür. Das ist am Anfang immer etwas strange diese Gesten dazu zu machen und eine Überwindung, man muss sich trauen, weil man sich fragt, was soll das denn?! 

Auch Narim sagte „ich nutze nie Gesten!“ ich sagte ihr, es sollen ja später nur unsichtbar sein. Wir fanden für ihren Satz eine schöne Geste der rechte Arm auf der linken Schulter der Kopf leicht nach links runter gebeugt. 

Ich glaube die Genauigkeit der Geste ist wirklich entscheidend! Auch die Größe, da darf auch gerne übertrieben und groß gedacht werden!

Jetzt kam das erstaunliche. Ich habe sie gebeten die Geste beim singen zu machen. 

Ihre Stimme war präsenter und klarer, wie ich auf der Aufnahme hörte. Das Vibrato klang ausdrucksvoller und sie war auch eindeutig emotionaler und klarer in der Stimmführung.

Mir fiel Amelie auf die am Handy spielte und als Narim anfing mit der physischen Geste zu singen sah sie plötzlich auf, weil sie sich angesprochen fühlte. Ich hatte das Gefühl, das Narin die tiefe emotionale Ebene getroffen hat die uns alle verbindet und die uns berührt. 

Vielleicht sollte ich mich doch noch mal mit den Spiegelneuronen aus auseinandersetzten um zu verstehen wie sich die Emotionen übertragen und warum das machmal so klar ist und warum machmal kühl bleibt und einen nicht berührt.

Narim sagte: „I can focus more“ auch Amelie sagte es sei mehr emotional gewesen.

Ich habe Sie gebeten das noch mal zu machen und sich nicht am Klavier festzuhalten sondern, ganz in die Geste reinzugehen. Das braucht Mut! Auch die Emotion zu halten und nicht abzuschneiden. Sie hatte das Gefühl zu übertreiben, wir im Außen allerdings dachten eher, da ist noch mehr Emotion und Kraft drin. Auch hier sind wir meist vorsichtig und wir halten lieber die Emotion zurück, denn wir kommen tief zu uns selbst und vielleicht ist das machmal schwer zu fassen und man will das nicht zeigen? 

Ich merkte, beim mehrmaligen singen, dass sie ein Vorbild für ihre Phrasierung hatte, etwas das vielleicht von jemand anders so abgehört war. Mit der Geste kam dann aber ihre eigene Emotion und ihr ureigene Art zu fühlen/phrasieren heraus. Vielleicht ist das ungewohnt so bei sich zu suchen und man gestattet sich das nicht emotional zu sein? Es scheint einem man übertreibt oder man möchte seine innere Emotionen nicht zeigen mit anderen teilen? 

Das kenne ich auch als Schsuapieler. Es ist ein Kraftakt.

Aber warum gehen wir dann auf eine Bühne? Was unterscheidet uns von anderen Künstlern.

Ich bat sie nun den Song mit der vorgestellten, stillen Geste zu machen. 

Ich bemerkte nun auch wieder an manchen Stellen eine tolle Stimmführung, das konnte ich besser auf der Aufnahme hören.Dann gab es aber wieder unsichere Momente. 

Das kam leider unteranderem auch daher, dass ich nicht begleiten konnte und wir mit i-real arbeiten mussten. Aber wesentlich kam die Unsicherheit daher denke ich, dass sie der Übung noch nicht zu traute und es ungewohnt für sie war so tiefe Emotionen zu zeigen.

Geht darum sich zu erlauben man selber zu sein? Dass das was wann selber ist auch Kraft und Qualität erzeugen kann? 

Sebastian O-R.

Er hatte eine Ballade von sich ausgesucht und nach längerem Suchen fanden wir den Satz 

“I will isolate me” es war eine Geste wie ein Kind das sich vor der Welt schützt/versteckt.

Auch hier merkte ich wie wichtig es ist genau mit der Geste zu sein nicht schludrig, Wo ist der Kopf die Hände die Füße, man kann das alles noch nachjustieren wenn es noch nicht stimmt. Was für eine Emotion kommt dann in mir hoch?

Ich bat ihn vor dem singen noch mal tief in die Geste zu gehen und sich den Satz dazu zu sagen. 

Als er den Song mit der physischen Geste gesungen hatte, bemerkte ich bei Ihm ein schönes Gefühl für Dynamik und er sang auch kraftvoller, das mag natürlich auch daran liegen, dass er nicht am Klavier saß. Auch ihn bat ich mehr in die Geste und Emotion zu gehen! Das heißt aber nicht mehr auf die Stimme zu drücken, sondern die Geste intensiver zu fühlen ! Dieser Unterschied ist wichtig.

Ich merkte dieses Mal wie die Stimme bei ihm immer mehr aufging und nicht mehr gehalten bzw abgekappt klang.

Nun mit der imaginären Geste hatte ich sogar in den nicht gesungenen Passagen das Gefühl die Geste zu „hören“, da er die Spannung gehalten hatte. Mir ist das nur bei der Aufnahme aufgefallen. Die Geste verbindet anscheinend alles. Was auch eine schöne neuer Erkenntnis ist. Die Geste läßt alles in Fluss kommen und verbindet. So ist es nun wie aus einem Guss, wahrscheinlich deshalb auch angenehmer für den Zuhörer.

Im Vergleich konnte ich in der Aufnahme hören, dass er sich mehr fallen ließ und die Töne kamen voller Kraft waren rund, natürlich und sie klangen nicht abgekappt.

I’ve could turn out my thinking“ sagte er. Wenn das nichts ist!

Er sagte er wäre auch nicht im Hals gewesen, was er normalerweise mache, wenn er „kräftiger“ singt.

Ich sagte, dass es wichtig sei, wenn man sich einmal auf diese emotionale Reise begeben hat, dass man dann einfach los schwimmt und dem Weg folgt und sich voller vertrauen in der Geste hingibt und nicht die Emotion abschneidet.

Fazit !

Ich war nach diesem Workshop sehr erleichtert, das die Technik bei anderen auch funktioniert und ich das Ergebnis von außen sehen und hören konnte. Das ist natürlich ein Unterschied als die Selbstwahrnehmung .

Ich konnte von außen betrachtet, auch etwas mehr verstehen, warum die Technik vielleicht funktioniert. Für Sebastian und Narim waren es auch spannende Erfahrungen, hatte ich das Gefühl. Und darum geht es ja, um die Erfahrung und zu sehen was noch möglich ist. Wenn man eine Erfahrung gemacht hat die etwas in einem anregt, ist das doch das Hauptziel des Workshops.

Zusammenfassend dachte ich: Es wird ja von vielen Lehrern verboten zu viele Bewegungen zu machen, man soll nicht zu viel „Schauspielen“. Aber wir haben nun mal den Drang danach uns zu bewegen und Bewegungen zu machen um uns auszudrücken. Jeder große Sänger macht Bewegungen zu seinem Gesang. Deshalb halte ich das verbieten für einen Fehler, denn man schneidet die Emotion ab, wie ich jetzt rausgefunden habe. 

Das wäre wie Bill Evans zu sagen gerade am Klavier und nicht gebeugt zu sitzen. Diese ganzen Verbote machen uns un-emotional, aber das ist meine Meinung, wahrscheinlich bin ich da als Schauspieler zu sehr von meinem Beruf beeinflußt. 

Ich finde die Bewegung gehört dazu! Sie ist sogar sehr wichtig sie muss allerdings geordnet sein und nicht konfus. Diese Ordnung schafft Fokus. Die Bewegung ist sogar der Schlüssel zur tieferen Emotionen, sie ist ein Schlüssel unsere Seele, die wir dem Zuhörer offenbaren.

Wie ich herausfand, ist es wichtig: 

DER EMOTON EINE FORM ZU GEBEN. Wie man es mit der P.Geste tut.

Diese Form erlaubt es uns wieder frei zu sein. Form gibt Freiheit. Das kenne ich aus der Klassischen Musik, Architektur aber auch vom Schauspiel. Indem ich der Emotion eine Form durch die Geste gebe, brauchte ich die äußerlichen Bewegungen garnicht. Ich brauche meiner Stimme keinen Druck geben. Das sah ich im Fall von Sebastian er konnte ganz der inneren Bewegung folgen, sie fokussierte ihn und gab seiner Emotion eine Form und somit eine Freiheit auch für seine Stimme.

Andere Übungen:

Ich möchte hier noch kurz auf die Vorübungen eingehen.

Narim beschrieb auch noch mal die Erfahrung der „Heart-Übung“: Ich mag das Gefühl dieser Übung denn sie beruhigt mich auch bei der Augenübung fühlte sie sich sehr wach. Amelie sprach von einer ähnlichen Übung von Nadine, sie tippt beim singen auf Körperstellen und man soll sich da ein Auge vorstellen. Ich sollte diese Übung auch mehr machen. Vielleicht sollte man sich einen Moment am Tag vorstellen den Weg zum… und da diese Übung immer machen.

Concentration counting

Ich war sehr erstaunt, dass wie Zählübung so gut funktioniert hat. Gut hier war es auch langsam und ohne Zeitdruck. Sobald der Zeitdruck dazukam wurde es schwieriger und wir haben Worte gleichzeitig gesprochen. Ich mag diese Übung sehr da sie erst mal eine Gruppe formiert und eine Konzentration herstellt und auch den richtigen Moment, wann sage ich was trainiert. Oft trauen wir uns nicht auch wenn wir merken, der richtige Moment ist jetzt, man hält sich zurück anstatt einfach zu tun, wieder die „zu höflich-Falle“. Denn macht man es dann später, macht es ein anderer auch. Man nimmt sich nicht seinen Slot.

Gut für Improvisation und auch zu wissen in welche Lücken man gehen kann, wann ist mein Moment. Also zuhören ist ganz schön wichtig. 

Imitation

Mirror imitation:

Komisch ist es jedesmal dem anderen sein Vertrauen zu übergeben und merkwürdige Bewegungen zu machen. In wie weit geht man ins Detail mit der Bewegung? Was macht man alles nach? Gut ist es diese Übung langsam zu machen um wirklich dem anderen zu folgen und zu verstehen. Wichtig dann auch für die Übung sein Idol zu imitieren. 

Toll ist auch zu versuchen, dass es nicht klar ist wer der Führende ist und wer der Folgende. Die Wechsel passieren schnell nicht abgesprochen ein Ping-pong-spiel. 

Für einen Moment kann es auch passieren, dass man eine Person ist. 

Circle Imitation: (nochmal machen, verfeinern)

Den anderen imitieren und ich mache Bewegungen meines Gegenübers etwas größer.

Auch hier passiert es, dass wir alle das gleiche machten und dass man denkt “mensch die Bewegung habe ich doch erfunden die ich gerade sehe und nachmache” sehr lustig. 

Eine ganz gute Übung finde ich, muss ich unbedingt noch mal machen und schauen ob man die auch verfeinern kann. Auch gut um etwas über Dynamik zu lernen.

3. Cross the circle with the body 

Das war die erste Rhiannon-Übung die ich gemacht habe. Sehr toll. Der heart beat, klang super. Wichtig ist noch wirklich darauf zu achten dass der Körper die Idee gibt und nicht die Idee den Körper mitnimmt. Ich will die Übung auch noch mal machen und das nächste Mal sollen sie erst mal eine Bewegung/move machen bevor sie einen sound finden, sie sollen auch mehr mutig sein Extreme auszuprobieren. Man kommt so auf Dinge die man vielleicht nie in einer Improvisation machen würde.

Manuel sagte auch bei Instrumentalisten ist es auch wichtig den Körper einzusetzen, wie wenn man ein „Pferd“ reitet würde ich man sagen um der Musik und dem Spiel ein Kick zu geben eine Dynamik.

zu Qi Gong & add “inner movements” kam ich leider aus Zeit gründen nicht. 

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